Über den "beste Strasse der Welt" Transfagarasan Pass in Rumänien nach Moldawien


 
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Diesen Auftrag bekam ich in der Schweiz. Für die Realisierung eines Hilfsprojektes der Caritas sollte ich die notwendigen Maschinen nach Balti in Moldawien liefern.
 

Motorradreise Rumänien und Moldawien
Für die 2500 km lange Hinfahrt standen mir leider nur zwei Tage zur Verfügung.
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Auf perfekten Strassen ging es mit neon gelben Warnweste und Reservebirnen durch Deutschland, Österreich und Ungarn nach Osten.
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Der kürzeste Weg nach Balti führte durch den Norden Rumäniens und Transylvania. Hier wurden die Strassen extrem schlecht.
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Über hunderte Kilometer gab es tausende mehr oder weniger tiefe Schlaglöcher. Der Asphalt schien sich auf zu lösen.
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Als ich eines davon übersah, rumpelte es gewaltig und ich stand plötzlich mit
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zwei platten Reifen, aber nur einem Reserverad, in der Pampa.
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Zum Glück gillt auch hier die alte Bauernregel: "je ärmer die Länder, des do freundlicher ihre Einwohner".
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Schon nach wenigen Minuten hielt der erste Wagen und der Fahrer half mir beim Reifenwechsel.
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Flugs hatte er einen grossen Hammer in der Hand und hämmerte meine verbogenen Felgen wieder zurecht.
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Damit war er so erfolgreich, dass die Reifen anschliessend wieder die Luft von seinem kleinen Kompressor hielten und ich weiter fahren konnte.
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Die Strassen schlängelten sich durch viele schöne, kleine Dörfchen. Immer wieder kamen mir Pferdekutschen entgegen
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oder es kreuzten Gänse meinen Weg. Ich freute mich schon sehr darauf, auf dem Rückweg langsamer zu fahren und viele Fotos zu machen.
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Erst einmal musste ich jedoch meinen Auftrag erfüllen. Das Erledigen der notwendigen Zollformalitäten für die Einreise nach
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Moldawien zog sich hin. Die Zöllner wussten einfach nicht, was sie mir dem ATA Carnet der IHK machen sollten.
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Meine Ladung interessierte niemand. Ein Visum brauchte ich nicht. Den Einreisestempel bekam ich problemlos.
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Schliesslich war gegen Mitternacht auch der Papierkram vom Zoll erledigt
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und es ging weiter, auf unbeleuchteten Strassen weiter hinaus in die Nacht. Noch 200 km.
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Im Radio Romania lief Truckstop: "First thing in the morning that i do...start missing you".
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Es war wirklich angenehm, dass hier die Sendung nicht ständig durch Superlative oder Lügen wie "kommt gleich" an Stelle von "kommt jetzt nicht" unterbrochen wird.
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Ca. 30 km vor dem Ziel machte das Auto bei 100 km/h auf einer groben Schotterstrasse plötzlich erneut komische Geräusche.
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Im Licht eines Handydisplays war schnell klar, dass erneut ein Reifen platt war. Der Wechsel verlief inzwischen recht routiniert,
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so dass ich mein Ziel mit nur einer Stunde Verspätung nach Mitternacht erreichte.
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In Balti wurde ich freudig vom Projektleiter von Kukuk Kultur e.v. empfangen.
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Er hatte bereits ein Zimmer in einem typisch sowjetischen Hotel mit tristen, kilometerlangen Gängen reserviert.
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Es gab hier jedoch alles was man braucht. Würstchen und Ei zum Frühstück, WLan, Warmes Wasser, Strom und einlagiges Toilettenpapier.
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Am nächsten Tag besichtigten wir die Baustelle. Auf dem Parkplatz eines Krankenhauses sollte innerhalb einer Woche
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ein neuer Kinderspielplatz entstehen. Unterstützt wurde das Projekt von freiwilligen Schülern der örtlichen Berufsschule.
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Ich war überrascht zu sehen, wie begeistert und diszipliniert die Jungs ans Werke gingen. Der alte Asphalt wurde abgetragen,
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neue Muttererde gekauft, Fundamente wurden gegossen, ein Sandkasten angelegt und Spielgelegenheiten aus wetterfestem Robinienholz gefertigt.
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Immer wieder schauten Ärzte vorbei und bestaunten die raschen Vortschritt.
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Die Ärzte hier trugen alte Verkäuferkleidung der Supermarktkette Tengelmann als Arztkittel und Atemschutzmasken aus dem Baumarkt.
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Die sanitären Einrichtungen des Krankenhauses liessen ebenfalls sehr zu wünschen übrig...hier ist das Angagement weiterer Firmen gefragt.
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Mein Auto, dass in Deutschland kurz vor der Verschrottung steht, wurde hier als das neue Modell von Opel bewundert.
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Im Vergleich mit den örtlichen Krankenwagen, war es mit seinen 200.000 km auch ein absoluter Neuwagen.
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Kurz vor Fertigstellung des Spielplatzes bekam die Presse Wind von dem Sozialen Angagement der Schweizer und interviewte den Projektleiter.
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Parallel kümmerte ich mich um einen neuen Reifen für die Rückfahrt. Bei einer nahe gelegenen Werkstatt bot man mir einen
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Reifen mit mehr als 1,6 mm Profil inklusive Altreifenentsorgung und Montage für umgerechnet 10 Euro an.
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Der Reifen hatte einen langen Schnitt in der Karkasse, der jedoch vom Fachman von innen mit einem Schlauch geflickt war.
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Von Auswuchten hat man hier sicher noch nichts gehört: "No problem". Er sollte Recht behalten. Der Reifen hielt.
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Man darf nur nicht so überängstlich und Industriegläubig sein wie die meisten Deutschen.
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Die Menschen in Moldawien waren einfach aber super freundlich. Am Strassenrand wurden Früchte verkauft.
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Es gab viele wilde Hunde, die einem jedoch nichts taten. Im Gegensatz dazu waren die vielen Wachhunde
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auf fast jedem Grundstück recht agressiv. Verstecktes Zelten ohne entdeckt zu werden, wäre hier also schwierig.
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Auf der Rückfahrt lebte ich jedoch in meinem Auto, meinem kleinen Schneckenhaus. Lebensmittel gab es an jedem Supermarkt.
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Hier wurde der frischeste Fisch angeboten, den ich je gesehen hatte: Noch lebend in grossen Aquarien.
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Viele Schilder in Moldawien waren auf Rusisch. Bei der Orientierung halfen mir mein GPS und zahlreiche Panzerwracks, die stehts nach Westen zeigen.
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Da ich mir Zeit lassen konnte, legte ich immer wieder Fotopausen ein. Die Menschen lebten hier mit ihren Tieren zusammen in zahlreichen
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kleinen Bauernhöfen. Sie besitzen fast nichts, sind aber zufriedener als viele Deutschen.
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Statt ihr Leben im Büro zu vergeuden, traf man sich zum Wasser holen am Brunnen und tauschte den neuesten Tratsch aus oder kümmerte sich um die Ernte.
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Ein Bauer der mich herum laufen sah, drückte mir eine Hand voll Pflaumen in die Hand, weigerte sich aber, meinen Geldschein an zu nehmen.
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Über Chisinau fuhr ich Richtung Bucuresti. Die Ausreise aus Moldawien dauerte dabei gute 6 Stunden. Die Faulheit der Grenzbeamten
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wurde nur durch ihre Inkompetenz übertroffen. Ersteinmal versuchte man das Problem "Kunde" zu lösen, indem man mich 300 km
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zurück schickte. Ich müsse an der gleichen Grenze ausreisen, an der ich eingereist bin.
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Als ich darauf bestand dass diese Information falsch ist, schickte man mich mehrfach von einem Schalter zum anderen und wieder zurück zum ersten,
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bis nach 3 Stunden zwischen 19°° und 20°° Uhr Wachwechsel war und gar nichts ging. Dann began der Spass von Vorne.
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Ich solle mich in die Schlange mit den LKW stellen. Als ich schliesslich an der Reihe war, sollte ich zur Seite fahren und mich
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dann wieder hinten anstellen. Als ich mich weigerte Platz zu machen, schnauzte mich der Zöllner an. Endlich kam wie aus dem
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Boden gewachsen ein Beamter, der englisch sprach, herbei. Innerhalb von 10 Minuten wurde das Carnet endlich abgestempelt.
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Die Einreise nach Rumänien bzw in die EU einen Kilometer weiter war nicht einfacher. Ganze Busse vor mir wurden komplett gefilzt.
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während ihre Kinder schriehen, mussten die Reisenden ihre Koffer öffnen, damit die unverschämten Zöllner zwischen BHS und Unterwäsche nach Zigaretten wühlen konnten,
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während hinten 50 Autos warteten. Ein grosser Volkswirtschaftlicher Schaden wegen ein paar Euro Steuern.
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Zigaretten kosten in Moldawien 1 Euro pro Schachtel, während es in Rumänien 3 Euro sind. Ich wartete in der Annahme, dass bei mir alles OK sei
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und gab bei der Frage nach Zigaretten wahrheitsgemäss eine Stange an. Bisher durfte ich bei jedem Rückflug eine Stange mitbringen.
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Nun erfuhr ich jedoch, mit dem Auto (Maschina) dürfe ich nur 2 Schachteln einführen. Die restlichen 8 Schachteln
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wurden mir vom Staat geklaut. Für die Einfuhr der mehrere 10.000 Euro teuren Maschinen interessierte sich wieder niemand.
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Als ich kurz vor Mitternacht endlich über die Grenze war, parkte ich im nächsten Feldweg und verbrachte eine gemütliche
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Nacht im Auto. Das Heck des Opel Omega ist erfreulicherweise mit 2m lang genug, um sich komplett ausstrecken zu können.
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Am nächsten Morgen ging es weiter, vorbei an zahlreichen Scheine- und Hünermastbetrieben.
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Immer wieder kam ich an völlig verwelkten Sonnenblumenfeldern vorbei. Warum werden die nicht geerntet?
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Auch Trauben wurden hier angebaut und mit anderen Früchten am Strassenrand verkauft. Im Gegensatz zu den "entwickelten" Ländern
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machte man hier nicht den Versuch, Reisende mit niedrigen Tempolimits und Blitzern ab zu zocken. Lediglich eine Vogel- bzw. Menschenscheuche viel mir auf.
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In der Stadt Bukarest herschte ein grosses Verkehrchaos in mitten ver hässlichsten sowjetischen Hochhäusern, die ich je gesehen hatte.
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Ich war froh, die Stadt, in der wilde Hunde getötet werden dürfen, schnell wieder verlassen zu können. Ich reute mich auf das Highlight dieser Reise: Die Fahrt durch die Karpaten Urwälder (die, obwohl sie unter Naturschutz stehen, illegal abgeholzt werden siehe Frontal21 Sendung vom 29.10.2013) über den
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Transfagarasan Pass GPS N45°36'208" E024°36'834", der von der britischen Fernsehsendung Top Gear in der Folge 14 am 15. November 2009 zur "best road...of the world" gekührt wurde.
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Vom Süden kommend führte die 7C ab Pitesti durch das Carpathians Gebirge über verwegene Brücken, unbeleuchtete Tunnels und vorbei an einem grossen Stausee zur Wasserkraftgewinnung
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bis hinauf auf 2034m. Für den Bau dieser ehemaligen Militärstrassen wurden angeblich 6 tausend Tonnen Dynamit verbraucht.
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Oben boten Händler den zahlreichen Touristen Maiskolben, frisches Brot, leckeren Ziegenkäse und gereuchertes Fleisch an.
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Als ich ankam, fing es heftig an zu schneien. Trotzdem traf ich hier das erste Mal auf Motorradfahrer.
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Die Jungs hatten mir ihren breiten Reifen auf dem Schnee ganz schön zu kämpfen. Im Sommer ist die Transfagarasan Reise jedoch eine der besten Motorradtouren.
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Die Händler sind auch auf Touristen aus Deutschland eingestellt. Stolz zeigte mir einer sein Deutsch - Rumänisch Wörterbuch.
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Ich verbrachte eine trockene und warme Nacht im Auto und wartete am nächsten Morgen Schäfchen zählend 4 Stunden,
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bis sich der Nebel lichtete und ich die vielen Kurven der schönsten Strasse der Welt fotografieren konnte.
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Es dauerte nicht lang, da tauchten die ersten deutschen Motorrad"fahrer" auf teuren 1200GS BMWs auf, um mir ihrer Show zu beweisen, dass man Fahrkönnen nicht kaufen kann.
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In Ungarn (Helvetia) fand ich zu meinem Erstaunen zahlreiche Erdölpumpen. Statt einem grossen Ölboom gab es dort jedoch nur viele verfallene Häuser.
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Die Stadt Budapest stellte sich als sehr schön heraus. Busladungsweise Touristen pilgerten auf einen Hügel, um die Statuhe darauf zu fotografieren
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und den Blick auf die Stadt zu geniessen. In dem Hügel befindet sich eine Hölenkirche, die vor Urzeiten in den harten Stein gemeisselt wurde.
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In Wien besichtigte ich natürlich das legendäre Riesenrad, dass Wahrzeichen dieser Stadt. Ab hier schränkte sich der Fahrspass wieder sehr ein,
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da man statt auf die schöne Gegend ständig darauf achten musste, nicht hinterrücks geblitzt zu werden.
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Vorbei ging es am Starnberger See nach München. Als ich hier kurz auf dem Taxistand hielt um Mitfahrer raus zu lassen, wurde ich übel beschimpft, während ein Taxifahrer sofort die Polizei rief.
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Willkommen im Land der Verbote...ich werde nicht lange bleiben...der (ihr?) nächste(r) Auftrag wartet schon: Weiter gehts auf der nächsten Seite.
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